Mitglied des Deutschen Bundestages.
Ihr Abgeordneter für Augsburg und Königsbrunn.

Volker Ullrich Bundestagsabgeordneter der CSU

Viel Diskussionsstoff bei Veranstaltung zum Thema Pflege

Mit rund 100 Gästen gut besucht war die Veranstaltung des Augsburger Bundestagsabgeordneten Dr. Volker Ullrich zum Thema Pflege am Donnerstag, 20. Oktober.

Unter dem Titel Menschenwürdige Pflege gewährleisten – was ist noch zu tun? im Reichlesaal des Augsburger Zeughauses waren zunächst vier ausgewählte Experten dazu angehalten über das Thema zu referieren, bevor dann ausführlich auf Fragen der Veranstaltungsbesucher eingegangen wurde.

Als Referenten eingeladen hatte der Bundestagsabgeordnete Ullrich Vertreter aus breiten Teilen der Gesellschaft, die sich mit dem Thema Pflege konfrontiert sehen:

Rechtsanwalt Alexander Frey vom Forum Pflege aktuell, Susanne Arnold als Vorstand des Bereichs Pflege im Klinikum Augsburg, Cornelia Krüger vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MdK, München) und Robert Brunner, Vorsitzender des Gesundheitspolitischen Arbeitskreises (GPA Augsburg).

In einer einführenden Rede zur Rolle des MdK freute sich Cornelia Krüger über die Auswirkungen des im Deutschen Bundestag vor kurzem verabschiedeten Pflegestärkungsgesetzes: „Die gesellschaftliche Debatte ist bislang ja eher ausgeblieben.“ Auch durch das Gesetz ändere sich dies nun ihrer Auffassung nach, erklärte Krüger.

Ullrich: „Ich fordere die Kostenfreiheit für das Erlernen des Pflegeberufes“

Bei allen Einzelheiten der Diskussion wurde bei den Referenten auch die politische Dimension der Pflegedebatte in der Öffentlichkeit deutlich. „Die Politik hat die Rahmenbedingungen für eine menschenwürdigen Pflege zu setzen“, war sich Ullrich dieser Verantwortung bewusst und verwies noch auf den zweiten Teil der Pflegereform, die im Deutschen Bundestag für das kommende Jahr angesetzt ist. Über weite Teile der Veranstaltung trugen auch die Bürger selbst mit ihren vielen Fragen zur Diskussion bei: Wie kann man den Aufwand der Dokumentation bei Pflegefällen vermindern? Warum ist die Altenpflege kein anerkannter Lehrberuf? Wie gestaltet sich die Situation für pflegebedürftige junge Menschen? Diese und zahlreiche weitere Anliegen der Besucher beantworteten die geladenen Referenten ausführlich. Auch das Problem der fehlenden Fachkräfte begleitete die Diskussion den ganzen Abend. Neben der geforderten Akademisierung des Berufszweiges und der zu hohen Eigenkosten für die Lehrlinge in der Pflegeausbildung war es auch die Attraktivität des Berufes als solcher. „Das Berufsbild müssen wir natürlich verbessern“, erklärte Robert Brunner, verwies aber im gleichen Zug auf die Ansätze des bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales und deren Kampagne Herzwerker, die soziale Berufe fördern will.

Pflege in der Familie

Doch auch die Schwierigkeiten, mit denen Pflegekräfte zu kämpfen haben, waren am Abend Gesprächsthema. Eine Besucherin verwies auf das Problem, dass viele Menschen Hilfe nicht annehmen würden, wenn sie diese eigentlich bereits benötigten. Solle man hier gegen den Willen arbeiten, fragte sie in die Runde der Besucher und machte anschließend deutlich, dass bei einem Pflegefall in der Familie jeder gefordert sei. Einen weiteren Aspekt brachte dann Ullrich mit der Einsamkeit alter Menschen ein: „Wir müssen auch an jene denken, die vielleicht keine Angehörigen haben oder nicht besucht werden. Diese Form der menschlichen Kälte ist für viele ein ganz massives Problem“, machte er auf das Problem sozialer Vereinsamung aufmerksam. Zum Abschluss der Veranstaltung wünschte der Bundestagsabgeordnete den Besuchern noch viel Kraft bei der Pflege bedürftiger Angehöriger und eine besinnliche Weihnachtszeit. (PA)